Jahrbuch "Politisches Denken 2011" [zurück zur Übersicht]
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Das Jahrbuch Politisches Denken widmet sich 2011 dem Schwerpunktthema "Rechtskultur" aus den unterschiedlichsten fachwissenschaftlichen Perspektiven. So werden u. a. das Verhältnis von Macht und Recht, die Legitimität einer politischen Institution wie der Europäischen Union, die neuere Verfassungstheorie und die Justiz im Dritten Reich behandelt. Dass die Rechtskultur in ihrer ganzen Komplexität thematisiert und unter politikwissenschaftlichem, philosophischem, historischem und natürlich auch juristischem Aspekt betrachtet wird, macht den besonderen Reiz dieses Gemeinschaftsunternehmens aus.

Der zweite Teil des Bandes versammelt Aufsätze, die sich mit aktuellen Themen befassen (der politische Verrat am Beispiel von Wikileaks), aber auch historisch-systematische Betrachtungen anstellen (praktische Philosophie als Lebenskunst, Rationalität des Anarchismus, Kritik der Cambridge School etc.). Gemäß der Zielsetzung des Jahrbuchs Politisches Denken, nicht nur verschiedenen Disziplinen ein Forum zu geben, sondern auch in methodischer Hinsicht Vielfalt walten zu lassen, ist auch in diesem Teil ein breites Spektrum an Möglichkeiten vertreten, politisch zu denken und Politisches zu denken.

Im dritten Teil schließlich finden sich Einzelrezensionen und auch umfangreichere Abhandlungen, die sich entweder mit einem Autor oder einem ganzen Themenkomplex ausführlicher befassen. In seiner Gesamtkonzeption richtet sich das Jahrbuch nicht an die Vertreter eines Fachs, sondern an alle, die sich auf anspruchsvolle Weise mit dem Phänomen der Politik befassen möchten. 

Inhalt

Editorial

I. Schwerpunktthema "Recht und Rechtskultur":

Georg Zenkert, Die Macht des Rechts, das Recht der Macht
Hans-Christof Kraus, Neue deutsche Verfassungstheorie
Peter Koller, Zur Legitimität politischer Gemeinschaften im Allgemeinen und der Europäischen Union im Besonderen
Christian Hiebaum, Die Reichweite sozialer Gerechtigkeit. Zur Kontroverse zwischen Partikularismus und Kosmopolitismus
Michael Henkel, Was bleibt vom Naturrecht? Zur Frage nach den normativen Grundlagen sozialer und politischer Ordnung
Joachim Rückert, Politische Romantik im 20. Jahrhundert: eine fatale deutsche Erbschaft?
Michael Stolleis, Das Unverstehbare verstehen: Der Holocaust und die Rechtsgeschichte
Ada Neschke-Hentschke, Philosophie und Recht in der rechtsstaatlichen Demokratie, gestern und heute. Ein Essay

II. Aufsätze:

Walter Mesch, Praktische Philosophie als Lebenskunst? Überlegungen aus aristotelischer Sicht
Johannes W. Müller, "Das Werk eines einzigen allmächtigen und unendlich weisen Schöpfers". Zur religiösen Fundierung der Staatsphilosophie John Lockes
Clemens Kauffmann, Die Rationalität des Anarchismus
Friedrich Pohlmann, Der politische Verrat. Von der Dreyfus-Affäre bis Wikileaks
Peter Nitschke, Zielsetzung und Methoden der Ideengeschichte in der Politikwissenschaft. Eine Kritik an der Cambridge School


III. Besprechungsabhandlungen und Rezensionen:

'Success Story' mit glücklosem Ende: Thomas Manns amerikanische Laufbahn
Hans Rudolf Vagets Opus magnum "Thomas Mann, der Amerikaner" (Besprechungsabhandlung von Dieter Borchmeyer)
Alexander Demandt, Es hätte auch anders kommen können. Wendepunkte deutscher Geschichte. (Von Reinhard Mehring)
Samuel Salzborn / Rüdiger Voigt (Hg.), Souveränität - Theoretische und ideengeschichtliche Reflexionen, Reihe Staatsdiskurse Bd. 10. (Von Franz Halas)
Sönke Neitzel / Harald Welzer: Soldaten. Protokolle von Kämpfen, Töten und Sterben. (Von Kai-Uwe Hellmann)
Staatsrecht und politische Theorie in der Zwischenkriegszeit. Das Erbe der Weimarer Republik: Kathrin Groh, Demokratische Staatsrechtslehrer in der Weimarer Republik; Marcus Llanque (Hg.), Souveräne Demokratie und soziale Homogenität. Das politische Denken Hermann Hellers; Robert Chr. Van Ooyen / Frank Schale (Hg.), Kritische Verfassungspolitologie. Das Staatsverständnis von Otto Kirchheimer (Besprechungsabhandlung von Jens Hacke)