Selbstverständnis und Ziele
Die "Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens" besteht seit 1989. In ihr haben sich Politikwissenschaftler und Philosophen, Juristen und Ökonomen, Soziologen und Historiker zusammengeschlossen, die interdisziplinär tragfähige Zugänge zu den Grundlagen des politischen Handelns suchen und Antworten auf aktuelle politische Fragen geben wollen.

Politik und politische Kultur sind keine Bereiche, für die nur eine Wissenschaft zuständig sein könnte. So, wie die praktische Politik prinzipiell keine Meinung ausschließen kann, so darf auch die Theorie der Politik keine Disziplin ausklammern. Die wissenschaftliche Begleitung und Beratung der Politik muß sich auf viele Ansätze stützen können. Folglich soll auch die "Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens" für alle Disziplinen offen sein, die zum Verständnis der Politik einen Beitrag leisten.

Die Ziele des Vereins werden in erster Linie durch die Veranstaltung wissenschaftlicher Tagungen, die Vermittlung wissenschaftlicher Kontakte, die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Organisationen und Fachverbänden sowie durch die Herausgabe eines Jahrbuches "Politisches Denken" realisiert. Es besteht die Überzeugung und Hoffnung, auf diese Weise auch neue Wege zum Verständnis der politischen Praxis zu erschließen.

Die DGEPD sieht ferner eine wichtige Aufgabe darin, zwischen verschiedenen politischen Kulturen zu vermitteln. Sie kooperiert daher mit der "Conference for the Study of Political Thought" (CSPT), die seit längerem in englischsprachigen Ländern tätig ist. Durch das Jahrbuch "Politisches Denken" und durch die gegenseitige Teilnahme an Konferenzen soll das politische Denken in den Mitgliedsländern transparenter werden. Natürlich ist dabei das vorrangige Ziel, den Kollegen in England, Frankreich, Italien und den USA den politischen Diskurs in Deutschland verständlicher zu machen.

Angesichts der großen Umwälzung, die seit dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme alle politischen Verhältnisse in Europa - und insbesondere in Deutschland - erfasst hat, ist die Dringlichkeit der Aufgaben gewachsen. Um aus den in den unterschiedlichen Lebensbereichen gewonnenen Erfahrungen zu lernen, um Bewährtes zu verteidigen und Neues prüfen zu können, brauchen wir den umfänglichen Austausch zwischen Theorie und Praxis nötiger denn je.

Die Gesellschaft, die zur Zeit etwa 160 Wissenschaftler umfasst, verfolgt ihren Zweck: "Förderung der interdisziplinären Forschung im Bereich der Grundlagen des politischen Handelns" in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins, der vom Finanzamt Münster als gemeinnützig anerkannt ist. Im Mitgliedsbeitrag, der zur Zeit 35,00 € im Jahr beträgt, ist der Bezug des Jahrbuches "Politisches Denken" enthalten.
     
Barbara Zehnpfennig
(Passau)
Clemens Kauffmann
(Erlangen-Nürnberg)
Peter Nitschke
(Vechta)